18. Klausurtagung

Energie- und Umweltpolitik

Das Programm

Der Wirtschaftsrat lädt Sie herzlich ein zu seiner traditionellen Klausurtagung Energie- und Umweltpolitik. Die Klausur stellt den Höhepunkt der Arbeit der drei Bundesfachkommissionen Energiepolitik, Energieeffizienz und Umwelt- und Klimapolitik dar. Bereits zum 18. Mal beraten die Spitzen der nationalen und internationalen Energiewirtschaft und Industrie nicht-öffentlich die strategischen Leitlinien der Energie- und Klimapolitik. Unter dem Motto „Aufbruch zur integrierten Energiewende 2030″ diskutieren Mitglieder des Wirtschaftsrates unter anderem mit Peter Altmaier MdB, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Kadri Simson, EU-Kommissarin für Energie, und Dr. Margarete Schramböck, Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, Republik Österreich.

Die Veranstaltung findet am Donnerstag 8. Oktober 2020, 10:00 – 15:15 Uhr, als Hybrid-Veranstaltung im Hotel Adlon in Berlin und im digitalen Live-Stream statt.

Auch im Namen der Vorsitzenden der Kommissionen, Dr. Karsten Wildberger, Dr. Andree Groos und Detlev Woesten, freuen wir uns sehr, wenn Sie unser exklusives Online-Angebot zur Tagung nutzen. Wir bitten um Verständnis, dass aufgrund der verlässlichen Einhaltung der notwendigen Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen, die Teilnehmerzahl vor Ort streng limitiert ist. Wir freuen uns zugleich, die Veranstaltung in einem exklusiven Livestream digital übertragen zu können, so dass Ihre Teilnahme an den Beratungen in jedem Fall möglich sein wird.

10:00 - 10:15

Herzlich willkommen zu unserer 18. traditionellen Klausurtagung Energie- und Umweltpolitik in einem  herausfordernden Jahr. Wir erleben die erste Leuchtturmveranstaltung des Wirtschaftsrates nach dem Corona-Lockdown, die neben der digitalen auch wieder eine Präsenzteilnahme ermöglicht.

Auch schon vor COVID-19 standen die Wirtschaftsstandorte Deutschland und Europa vor riesigen Herausforderungen. Aber im Herbst 2020, befindet sich unsere Wirtschaft an einem entscheidenden Wendepunkt, der in der Nachkriegsgeschichte einzigartig ist. Die Pandemie hat unser Bruttoinlandsprodukt um zehn Prozent im zweiten Quartal in nie zuvor gesehener Weise einbrechen lassen und dadurch viele Versäumnisse wie unter einem Brennglas verdeutlicht. Fest steht mehr denn je: Effizienter Klimaschutz und nachhaltiges Wachstum sind keine Gegensätze, sondern müssen stärker als bisher in Einklang gebracht werden.

Astrid Hamker
Präsidentin
Wirtschaftsrat der CDU e.V.

Hauptbühne:
10:00 - 10:15
10.15 - 11.15

Investitionen in die Netzinfrastruktur haben sowohl für unser Wachstum als auch für den Klimaschutz einen hohen Mehrwert. Die Schaffung und Bereitstellung von modernen Stromverteil- und Stromübertragungs-, wasserstofffähigen Gas- und gigabitfähigen Breitbandnetzen als auch Ladeinfrastruktur für Elektromobilität und Tankinfrastruktur für alternative Antriebe und Kraftstoffe sind eine unverzichtbare Grundlage für eine innovative, integrierte Energiewende. 

Round-Table:

Peter Altmaier MdB
Bundesminister für Wirtschaft und Energie

Dr. Rolf Martin Schmitz
Vorsitzender des Vorstandes
RWE AG

Wolfgang Langhoff
Vorsitzender des Vorstandes, BP Europa SE

Moderation

Kerstin Andreae
Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung und Mitglied des Präsidiums, Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW)

Hauptbühne:
10.15 - 11.15
11.15 - 11.25

Impuls
Dr. Margarete Schramböck
Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, Republik Österreich

Hauptbühne:
11.15 - 11.25
11.25 - 12.15

Dr. Joachim Pfeiffer MdB 
Wirtschafts- und Energiepolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag

Oliver Krischer MdB
Stellvertretender Vorsitzender der Bündnis 90/Die Grünen-Fraktion im Deutschen Bundestag

Roland Harings
Chief Executive Officer, Aurubis AG

Dr. Hubert Fink
Mitglied des Vorstandes, LANXESS AG

Moderation 
Detlev Woesten
Vorsitzender der Bundesfachkommission Umwelt- und Klimapolitik, Wirtschaftsrat der CDU e.V.
Chief Innovation Officer, H&R GmbH & Co. KGaA

Hauptbühne:
11.25 - 12.15
13.00 - 14.00

Impuls
Kadri Simson
EU-Kommissarin für Energie, Europäische Kommission

Francesco Starace
CEO, ENEL SPA

Stefan Kapferer
Vorsitzender der Geschäftsführung, 50Hertz Transmission GmbH

Diskussionsleitung
Dr. Karsten Wildberger
Vorsitzender der Bundesfachkommission Energiepolitik, Wirtschaftsrat der CDU e.V.
Vorstand, E.ON SE

Hauptbühne:
13.00 - 14.00
14.15 - 15.00

Impuls
Andreas Jung MdB
Stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag

Wolfgang Anzengruber
Vorsitzender des Vorstandes, Verbund AG

Dr. Ulrich Störk
Sprecher der Geschäftsführung, PwC Deutschland

Diskussionsleitung
Dr. Andree Groos
Vorsitzender der Bundesfachkommission Energieeffizienz, Wirtschaftsrat der CDU e.V.
Geschäftsführer, Vaillant GmbH

Hauptbühne:
14.15 - 15.00
15.00 - 15.15

Wolfgang Steiger
Generalsekretär, Wirtschaftsrat der CDU e.V.

Eine marktwirtschaftliche, technologieoffene und integrierte Energiewende muss zukünftig Motor für Wachstum und Innovationen sein und gleichzeitig zur Erreichung der Klimaziele über Sektorengrenzen hinweg beitragen. Die Voraussetzung dafür ist: ein stabiler, ganzheitlicher Marktrahmen, in dessen Mittelpunkt ein marktwirtschaftliches, sektoren- und länderübergreifendes CO2-Preissignal steht.

Hauptbühne:
15.00 - 15.15

Live-Blog

Der Live-Blog des Wirtschaftsrates gibt Ihnen die Möglichkeit, die zentralen Debatten- und Redebeiträge der Energieklausur zeitnah zu verfolgen. Hier fassen Reporter vor Ort die wesentlichen Statements der Redner zusammen, bieten einen Überblick über die wichtigsten Beiträge in den Diskussionsrunden und präsentieren Fotoimpressionen der Veranstaltung. Das Auditorium ist ebenfalls eingeladen, sich an Umfragen und Debatten zu beteiligen – auch hierüber können Sie sich an dieser Stelle einen Überblick verschaffen. Live, oder auch im Nachgang zur Veranstaltung.

Resümee Rainer Gerding, Bundesgeschäftsführer Wirtschaftsrat

Die Kernaufgabe lautet: 

Die Wettbewerbsfähigkeit industrieller Wertschöpfung mit bezahlbaren Energiepreisen und nachhaltigem Klimaschutz in Einklang zu bringen. 

Die Zukunft unseres Industrie- und Energiestandortes hängt davon ab!

Ihr Engagement als Unternehmer ist dabei wichtig – wichtiger denn je. 

Wir brauchen Sie auf dem Spielfeld als aktive Spieler, denn von Ihnen geht im Wirtschaftsrat ein kraftvolles Signal aus.

Es geht darum, die entscheidenden Zukunftsthemen jetzt anzupacken und die Marktkräfte wieder zu stärken!

Bleiben Sie gesund! 

15:23
Resümee Dr. Rainer Gerding, Bundesgeschäftsführer Wirtschaftsrat

Dagegen sind wir nicht bereit, die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts aufs Spiel zu setzen, für eine  nicht durchdachte Energie- und Klimapolitik, der in die Sackgasse führt. Denn: ambitionierter Klimaschutz klappt nur mit einer starken Industrie. Nicht mit Verboten und Verzichtskultur, nicht mit Steuern und Regulierung, sondern nur mit Marktwirtschaft und Innovationen kann die integrierte Energiewende gelingen.

Bereits 1963, im Gründungsjahr unseres Verbandes, sagte Ludwig Erhard zurecht: „Ebenso wie beim Fußballspiel der Schiedsrichter nicht mitspielen darf, hat auch der Staat nicht mitzuspielen. (…)

Die Grundlage aller Marktwirtschaft bleibt die Freiheit des Wettbewerbs. Und effizienter Wettbewerb gelingt nur durch Innovation über Sektoren und Grenzen hinweg! 

 

 

15:21
Resümee Dr. Rainer Gerding, Bundesgeschäftsführer Wirtschaftsrat

Bundesgeschäftsführer Dr. Rainer Gerding schließt die Klausurtagung mit einem Resümee:

Eine marktwirtschaftliche, technologieoffene und integrierte Energiewende hat Chancen zum Motor für Wachstum und Innovationen zu werden und gleichzeitig Klimaziele zu erreichen.

Wir wollen: Im Schulterschluss mit unseren europäischen Partnern beim Klimaschutz vorankommen, ohne auf Wohlstand zu verzichten, über eine Kopplung der Sektoren Strom, Mobilität und Wärme die Energiewende in die Breite tragen, und mit marktwirtschaftlichen Innovationen Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum stärken! 

Wir brauchen ein marktwirtschaftliches und länderübergreifendes CO2-Preissignal. Da sind wir in Deutschland zu zaghaft.

Wir brauchen das Auslaufen des EEG. Dazu gehört auch der Ausbau des EU-Emissionshandels, den wir als wirksamstes Instrument identifiziert haben.

 

15:15
Leitlinien für das integrierte, effiziente Energiesystem der Zukunft

Dr. Ulrich Störk, Sprecher der Geschäftsführung von PwC Deutschland hält eine Transformation der deutschen Industrie im Energiebereich für möglich. Die Klimaziele seien nicht zu ambitioniert.

Allerdings müsse die Politik passende Rahmenbedingungen setzen, um Ökologie und Ökonomie zusammenzubringen. 

"Ich erlebe jeden Tag in den Unternehmen eine sehr hohe Transformationsbereitschaft und Aufbruchstimmung", berichtete Störck.

Die Wirtschaft benötige jedoch einen nachhaltigen Marktrahmen statt Marktinterventionen. 

"Die Transformation, die jetzt ansteht, erfordert enorme Investitionen, die jahrzehntelang wirken. Deshalb brauchen die Unternehmen jetzt dringend Planungssicherheit", forderte Störck.

14:50
Leitlinien für das integrierte, effiziente Energiesystem der Zukunft

Wolfgang Anzengruber, Vorsitzender des Vorstandes der Verbund AG, wies auf die riesigen Mengen Wasserstoff hin, die für eine Wasserstoffstrategie in Europa nötig sind.

"Auch hier müssen wir deshalb grenzüberschreitend denken", forderte Anzengruber. "Wir müssen ferner die Wirtschaftlichkeit von grünem Wasserstoff vorantreiben, derzeit ist er noch zu teuer."

Auf dem Weg zu einer "Wasserstoffwirtschaft" benötige Europa außerdem eine transnationale Infrastruktur, hob der Vorstandsvorsitzende der Verbund AG hervor.      

Anzengruber erklärte, dass die Wirtschaft zu Investitionen in die Infrastruktur bereit sei. 

"Wir brauchen jedoch den Emissionshandel über alle Bereiche in Europa. Dies kann ein wesentlicher Punkt für den entscheidenden Switch zu anderen Technologien auslösen." 

14:45
Leitlinien für das integrierte, effiziente Energiesystem der Zukunft

Andreas Jung, Stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, hob die Bedeutung von Technologieführerschaft hervor. 

Jung setzt auf marktwirtschaftliche Instrumente und einen entsprechenden Ordnungsrahmen in Europa. "Wirksamer Klimaschutz gelingt nur mit Partnerschaft. Solange wir international aber nicht die gleichen Rahmenbedingungen haben, müssen wir dafür sorgen, dass unsere Industrien nicht abwandern." 

Jung sprach sich dafür aus, den Emissionshandel auszuweiten.  "Innovationen sind für uns als Union der Schlüssel für den Erfolg beim Klimaschutz. Viele Unternehmen tragen durch die Einbeziehung in den europäischen Emissionshandel bereits seit Jahren ihren Teil zur Minderung von Treibhausgasen bei."

Durch das neu geschaffene marktwirtschaftliche Instrument des nationalen Emissionshandels in den Bereichen Gebäude und Verkehr werden nach den Worten Jungs weitere Anreize geschaffen, in klimafreundliche Technologien zu investieren.

14:33
Leitlinien für das integrierte, effiziente Energiesystem der Zukunft

Dr. Andree Groos, Vorsitzender der Bundesfachkommission Energieeffizienz des Wirtschaftsrates und Geschäftsführer der Vaillant GmbH, eröffnet die letzte Diskussionsrunde des Tages: 

Andree Groos hält die Klimaziele für erreichbar. "Jedoch müssen sie effizient erreicht werden." 

Die Gebäudesanierung ist nach den Worten Groos auch als Konjunkturprogramm zu begreifen. 

"Die Digitaliserung kann heute schon beim Energiesparen helfen."

Deutschland habe jedoch zu hohe Stromsteuern. "Wenn Wärmepumpem und Elektroautos gut sind, dann müssen wir auch die Steuern senken, damit sich die Produkte am Markt durchsetzen können", forderte Groos.  

 

14:24

Sollte das EEG zeitnah unter Bestandsschutz auslaufen? (M. Grunwald)

14:20

Sollte der EU-Emissionshandel auf weitere Sektoren ausgeweitet werden? (J. Osterhage)

14:00
Green Deal: Agenda für Wachstum und Innovation am Energiestandort Europa

Francesco Starace, CEO von ENEL SPA, erklärte, der “European Green Deal” sei ein Treiber für Wachstum und Innovationen. Investoren seien zunehmend an grünen Investitionen interessiert.

"Ich denke, Europa weiß sehr gut, was es tut." Es sei richtig, eine breite gesellschaftliche Akzeptanz, eine Vision und das nötige Geld für den Klimawandel zu haben. "Ich bin sehr optimistisch."

Zugleich aber müsse man sich darüber im Klaren sein, wie langfristig Klimaprojekte angelegt seien. "Planung, Umsetzung und damit die Realisierung etwa von Infrastrukturprojekten ist essentiell."    

Starace sagte, eine voll digitalisierte Infrastruktur sei zentral für den Erfolg der Energiewende. "In der Politik ist das meines Erachtens noch nicht so richtig angekommen."  

 

13:48
Green Deal: Agenda für Wachstum und Innovation am Energiestandort Europa

Stefan Kapferer, Vorsitzender der Geschäftsführung der 50Hertz Transmission GmbH, betonte, dass es eine gewaltige Herausforderung sei, Europa binnen 30 Jahren zu einem klimaneutralen Kontinent umzubauen. 

Indes sei es inzwischen in der Industrie gemeinhin anerkannt, dass industrielle Prozesse künftig klimafreundlich gestaltet werden müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.   

"Energiepreise sind nicht der einzige Standortfaktor. Aber wenn wir die Klimaherausforderung bewältigen wollen, brauchen wir so günstige Preise für Erneuerbare Energien wie nur möglich. Und wir benötigen weniger Bürokratie in allen Bereichen, um die Herausforderungen zu bewältigen."

Kapferer wies darauf hin, dass Investitionen in die Infrastruktur hierzulande attraktiv sein müssen. "Sonst wandern Investoren in andere Weltregionen ab, das ist meine Sorge."   

 

 

 

 

13:38
Green Deal: Agenda für Wachstum und Innovation am Energiestandort Europa

Kadri Simson, EU-Kommissarin für Energie, Europäische Kommission: 

„Es ist wirtschaftlich klug, in grüne Technologien und Infrastruktur zu investieren“, sagte Kadri Simson. Schließlich komme privaten Investitionen bei der Energiewende die entscheidende Rolle zu, ist die EU-Energiekommissarin überzeugt. “Die Kommission kann Vorreiter sein. Aber unser Investitionsbedarf kann nicht allein durch die EU und öffentliche Mittel gedeckt werden.” 

Simson führte weiter aus: "Im Energiesystem der Zukunft könnte Wasserstoff zu einem wichtigen Protagonisten werden, insbesondere bei der Dekarbonisierung von Industrie und Verkehr in ganz Europa." 

Ferner ist Energieeffizienz aus Sicht der EU-Kommission essentiell, betonte Simson. "Die sauberste Energie ist jene, die wir nicht verbrauchen." So könnten smarte Gebäude dazu beitragen, den Energieverbrauch zu senken. 

"Erneuerbare Energien sind in Europa eine Erfolgsgeschichte", erläuterte Simson. "Offshore-Windenergie muss dabei künftig eine größere Rolle spielen. Wir brauchen hier mehr Netzwerke und hohe Investitionen."  

13:12
Green Deal: Agenda für Wachstum und Innovation am Energiestandort Europa

Dr. Karsten Wildberger, Vorsitzender der Bundesfachkommission Energiepolitik des Wirtschaftsrates und Vorstand bei E.ON SE eröffnet die Diskussionsrunde: 

"Ursula von der Leyen hat den Green Deal in den Mittelpunkt des Klimaschutzes und die Wettbewerbsfähigkeit gerückt", betonte Wildberger.   

Neben der Elektrifizierung seien mehr Energieeffizienz und die Dekarboniserung von Gas wesentlich. Wildberger sprach sich dafür aus, die Steuern auf den Strompreis zu senken. 

 

 

 

13:09
Dekarbonisierung der Industrie - Wohin geht die Reise?

Dieter Janecek, Bündnis 90/ Die Grünen, Sprecher für Wirtschaftspolitik und digitale Wirtschaft, warb dafür, den Ausbau Erneuerbarer Energien schnell voranzutreiben. "Die Elektromobilität braucht neue Mengen Strom, und die müssen wir bereitstellen." Janecek hob hervor, dass sich Deutschland bei der Elektrifizierung der Mobilität einen Wettbewerbsvorteil verschaffen sollte.

"Wir müssen uns am Ende entscheiden, welche Sektoren mit Wasserstoff versorgt werden sollen. Es ist schon eine Hausnummer, dies neben der Industrie auch noch für den Automobilverkehr anzustreben", so Janecek. "Es kommt jetzt erst einmal darauf an, dass wir systemintegriert denken."

12:12
Dekarbonisierung der Industrie - Wohin geht die Reise?

Roland Harings, Chief Executive Officer der Aurubis AG

"Alle wollen grüne Produkte, die Zahlungsbereitschaft dafür ist jedoch sehr gering", sagte Roland Harings. Der Aurubis-Manager kritisierte eine Vielzahl an Regulierungen, er forderte bessere Rahmenbedingungen und mehr Sektorkopplung. 

"Wir sind bezüglich eines so genannten Carbon Border Adjustment Mechanismus (CBM) sehr skeptisch," erläutert Harings. "Ein solches Instrument hat das Potenzial, den Industriestandort Europa massiv zu schädigen. Es besteht große Gefahr ausufernder Bürokratie und Schlupflöcher, durch die das Instrument weder vertrauenswürdig noch zuverlässig wäre."

 

12:11
Dekarbonisierung der Industrie - Wohin geht die Reise?

Dr. Joachim Pfeiffer, Wirtschafts- und Energiepolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag: 

"Wir können sehr stolz sein, was wir beim Klimaschutz erreicht haben. Das kommt mir zu kurz. Nur in Europa und in Deutschland sind die Emissionen gesunken, und das bei steigender Wirtschaftsleistung." Notwendig sei deshalb ein internationales "Level Playing Field".

Pfeiffer sprach sich für den Emissionshandel aus, beklagte jedoch, dass der Carbon-Leakage-Schutz auf der Strecke bleibe.    

"Wasserstoff wird in der Industrie eine entscheidende Rolle spielen. Wir brauchen unvorstellbare Mengen, und das Ganze muss wettbewerbsfähig sein", erläuterte der CDU-Wirtschaftsexperte. Das Thema kann nach Einschätzung Pfeiffers nur international gelöst werden. So könne die Ukraine zum Beispiel eine große Rolle spielen. "Da gibt es eine Infrastruktur, vor allem auch Pipelines nach Deutschland."  

 

 

11:47
Dekarbonisierung der Industrie - Wohin geht die Reise?

Detlev Woesten, Vorsitzender der Bundesfachkommission Umwelt- und Klimapolitik beim Wirtschaftsrat und Chief Innovation Officer der H&R GmbH & Co. KGaA leitet die Diskussionsrunde. 

 

Dr. Hubert Fink, Mitglied des Vorstandes der LANXESS AG, erklärte, die Dekarbonisierung sei die strategische Aufgabe für jedes Chemieunternehmen. "Wir wollen die Dekarbonisierung aus unserem Unternehmen heraus betreiben, mit sehr ambitionierten Zielen." 

"Wir glauben, dass wir ohne die gesellschaftliche Akzeptanz langfristig nicht werden agieren können. Unsere Kunden fragen uns zudem, welchen CO2-Fußabdruck wir in ihre Produktion einbringen." Viele Produkte seien ohne die Chemie nicht vorstellbar. 

"LANXESS ist von der internationalen Klimaschutzinitiative CDP als weltweit führend im Klimaschutz gewürdigt worden. Die Aufnahme in die CDP-Bestenliste sehen wir als Bestätigung und zugleich Ansporn für unser Engagement beim Klimaschutz. Als international tätiger Chemiekonzern nehmen wir unsere besondere Verantwortung ernst. Das zeigt sich auch in unserem ambitionierten Ziel, bis 2040 klimaneutral zu werden."

 

 

 

11:36
Dr. Margarete Schramböck, österreichische Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort

Margarete Schramböck, zugeschaltet aus Wien, stellte eine kurze Agenda für einen innovativen und nachhaltigen Industriestandort vor. Dabei stehen Deutschland und Österreich im Mittelpunkt, insbesondere auch ihre Bedeutung für den Industriestandort Europa. 

"Wir brauchen die Kraft der Digitalisierung, um die Energiewende zu bewältigen. Dabei müssen die Staaten Europas gemeinsam agieren", so Schramböck. 

Wasserstoff sei dringend nötig, damit die Dekarbonisierung der Wirtschaft gelingt. "Wir müssen uns auf unsere europäische Kraft besinnen, auch als Maschinenbauer", forderte Schramböck.   

"Die Energiewirtschaft ist ein Schlüsselsektor. Wenn sie die Transformation mithilfe der Digitalisierung schafft, dann werden es auch andere Bereiche schaffen", erklärte die Ministerin. 

"Ich freue mich, dass diese Themen heute in Berlin diskutiert werden und wünsche viel Erfolg!"

11:28

Ist das CO2-Reduktionsziel der EU von mindestens 60 Prozent Reduktion bis 2030 machbar? (M. Grunwald)

11:20
Round Table: Energiewende und Klimaschutz: Aufbruch für Investitionen und Innovationen

Frage an Herrn Altmaier von Prof. Christoph Schmid/ RWI Essen: Muss der Wirtschaftsminister nicht für eine einheitliche CO2-Bepreisung werben?  

Altmaier: "Wir müssen eine Entscheidung treffen. Ich bin dazu bereit. Federführend ist allerdings die Umweltministerin. Wie sieht das der Wirtschaftsrat: Zwei Systeme oder ein einheitliches?"

Weitere Frage aus dem Auditorium: Wie lange wird es mit dem deutschen Alleingang verschärfter Klimaziele weitergehen?

Peter Altmaier verweist darauf, dass Deutschland seine Klimaziele nicht weiter verschärft habe. "Es wird nächstes Jahr eine große Auseinandersetzung darüber geben, ob wir die Klimaziele künftig europäisch stärker mit marktwirtschaftlichen Instrumenten erreichen."   

11:15
Round Table: Energiewende und Klimaschutz: Aufbruch für Investitionen und Innovationen

Rolf Martin Schmitz betonte die Rolle des technischen Fortschritts für den Klimawandel. Schmitz forderte mehr Aufbruchstimmung, dafür habe die Bundesregierung bislang nicht gesorgt. "Offshore-Windenergie muss eine größere Rolle spielen."

Wolfgang Langhoff regte an, CCS, also die Abscheidung und Speicherung von CO2, wieder mehr in den Fokus zu rücken. 

Peter Altmaier kritisierte, dass Unternehmen oft in vier bis fünf Jahresperspektiven planten. "Bei der Energiewende aber müssen wir in Jahrzehnten denken." 

"Wenn Sie wollen, dass wir gemeinsam voranschreiten, dann müssen wir gemeinsam ein kohärentes Ziel entwickeln. Ich bin da geneigt, auf die Wirtschaft zu hören."

Altmaier: "Wir brauchen deshalb unbedingt ein gemeinsames Leitbild. Wir haben bestimmt zehn Wege, die wir gehen können. Aber sie alle laufen darauf hinaus, dass wir 2050 klimaneutral sein müssen."

11:06
Round Table: Energiewende und Klimaschutz: Aufbruch für Investitionen und Innovationen

Wolfgang Langhoff, Vorsitzender des Vorstandes von BP Europa SE, äußerte die Hoffnung, durch Corona künftig etwas fokussierter arbeiten zu können. 

Langhoff zitiert Schumpeter, wonach neues Wachstum nur durch schöpferische Zerstörung möglich ist. Dieser Gedanke ließe sich auch auf die Energiewende anwenden. 

"Wir werden uns wandeln, von einem internationalen Ölunternehmen zu einem internationalen Energieunternehmen."

"Wir wollen in den nächsten Jahren eine Verzehnfachung der Investitionen in emissionsarme Energien vornehmen."   

"Wir richten uns als Ölunternehmen darauf aus, unser tradiertes Geschäftsmodell umzuwandeln." 

Der BP-Europa-Chef unterstreicht, dass auf Deutschland mit der Energiewende eine Herkulesaufgabe zukomme. "Das geht nur mit Marktwirtschaft und Wettbewerb."   

10:57
Round Table: Energiewende und Klimaschutz: Aufbruch für Investitionen und Innovationen

Die erste Diskussionsrunde des Tages rückt das Thema “Energiewende und Klimaschutz” in den Fokus. Die Teilnehmer um Wirtschaftsminister Peter Altmaier und RWE-Vorstand Rolf Martin Schmitz diskutieren die Voraussetzungen für einen “Aufbruch für Investitionen und Innovationen”.

Moderator Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung und Mitglied des Präsidiums beim Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) eröffnet die Diskussionsrunde.

 

Dr. Rolf Martin Schmitz, Vorsitzender des Vorstandes der RWE AG hebt in seiner Keynote hervor, dass Wohlstand und Klimaschutz miteinander gekoppelt werden müssen. "Welche Technologien braucht man dafür?"  

"Mit Sonne und Wind kann man heute konkurrenzlos Strom produzieren." 

"Wir müssen die Erneuerbaren maximal ausbauen." 

"Eine ausgezeichnete Perspektive sehen wir für den Energieträger Wasserstoff. Mit ihm ließe sich grüner Strom in großen Mengen speichern – eine der Herausforderungen der Energiewende."

10:47
Peter Altmaier MdB, Bundesminister für Wirtschaft und Energie

Altmaier betonte, man müsse darüber diskutieren, wie der Wohlstand in Deutschland erhalten bleibe. "Ich bin optimistisch, dass das funktioniert." 

"Das System des Emissionshandel kann marktwirtschaftlich reagieren. Das zeigt, wie flexibel unsere Wirtschaft ist." 

 

Altmaier betont abschließend:

"Ich möchte so viel Marktwirtschaft wie möglich. 

Ich möchte Wirtschaft und Klimaschutz nicht gegeneinander ausspielen. 

Ich werde mich gegen alles wehren, was wie Steuererhöhungen aussieht.

Und ich werde mich dafür einsetzen, dass die EEG-Umlage sinkt!" 

 

10:38
Peter Altmaier MdB, Bundesminister für Wirtschaft und Energie

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hebt hervor, dass Photovoltaikanlagen inzwischen außerhalb des EEG wirtschaftlich arbeiten. 

"Wir erleben momentan einen Wettlauf der Klimaziele", betont Altmaier. Er verweist auf das soeben beschlossene Ziel des EU-Parlaments, die Klimaziele bis 2030 nochmals zu verschärfen. Im Vergleich zu 1990 sollen die CO-Emissionen um 60 Prozent sinken. 

"Ich bin nicht derjenige, der kleinlich regulieren will. Aber ich will helfen, den Industriestandort Deutschland zu erhalten." 

"Astrid Hamker bin ich sehr dankbar, dass sie den europäischen Emissionshandel zum Dreh- und Angelpunkt machen möchte. Da rennen Sie bei mir offene Türen ein."

"Ich nehme die Technologieneutralität ernst. Nur muss die Wirtschaft auch sagen, welche Technologien sie braucht." 

Am Beispiel der Elektromobilität forderte der Minister die Industrie dazu auf, ein Leitbild für die Klimaneutralität des Verkehrs aufzuzeigen.

 

10:20

Rede Astrid Hamker, Präsidentin des Wirtschaftsrates

Mit drei Thesen möchte ich die heutigen Beratungen anreizen:

  1. Um CO2-Emissionen zu den geringsten Kosten für Unternehmen und Bürger einzusparen, ist ein marktwirtschaftlicher CO2-Preis das beste Instrument. Als Beleg hierfür dient der Erfolg des europäischen Emissionshandels (ETS).
  2. Digitale Innovationen für Marktöffnung und -integration nutzen. Statt auf staatliche Vorgaben und Eingriffe zu setzen, sollten wir auf die konsequente Marktintegration auch kleinerer, dezentraler Stromerzeugungseinheiten setzen,  von Energiespeichern und Lasten voranbringen. Dabei müssen wir  die Gestaltungsmöglichkeiten digitaler IT-Infrastruktur effektiv nutzen.
  3. Das Energiesystem über alle Sektoren hinweg optimieren. Sektorkopplung ist der Schlüssel, um bei einem weiter ansteigenden Anteil erneuerbarer Stromproduktion zur Dekarbonisierung anderer Sektoren und zu mehr Flexibilität im System beizutragen.

 

Frau Hamker betont, dass kein Industrieland einen ähnlich großen Umbau der Energieversorgung verfolgt, der die Wirtschaft vor solch enorme Herausforderungen stellt, wie Deutschland. 

“Auch nach der Corona-Pandemie bleibt unsere industrielle Wertschöpfung die Voraussetzung für Investitionen, Innovationen und wirksamen Klimaschutz.”

 

10:17
Rede Astrid Hamker, Präsidentin des Wirtschaftsrates

Mein Appell für unsere Beratungen heute lautet daher: Die Politik und auch wir als Wirtschaftsvertreter müssen in der aktuellen Debatte die Rolle der Getriebenen ablegen.

Wir müssen aktiv werden, um eine marktwirtschaftliche, innovative und integrierte Energiewende zum zukünftigen Motor für Wachstum und Innovationen zu machen und damit gleichzeitig zur effizienten Erreichung der Klimaziele wesentlich beizutragen. 

Ein „Weiter so“ bei der Energie- und Klimapolitik ist keine Option. Der Handlungsdruck ist enorm!

Fest steht: Nicht mit Verboten und Verzicht, nicht mit Steuern und Regulierung, sondern nur mit Marktwirtschaft und Innovationen wird die integrierte Energiewende gelingen.

 

 

10:13
Rede Astrid Hamker, Präsidentin des Wirtschaftsrates

Astrid Hamker, Präsidentin, Wirtschaftsrat der CDU e.V., weist auf die besondere Situation hin, in welcher die Klausurtagung des Wirtschaftsrates aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr stattfindet: "Wir erleben die erste Leuchtturmveranstaltung des Wirtschaftsrates nach dem Corona-Lockdown, die neben der digitalen auch wieder eine Präsenzteilnahme ermöglicht." 

Frau Hamker betont, dass Deutschland und Europa auch schon vor COVID-19 vor gewaltigen Herausforderungen standen. 

“Aber jetzt, im Herbst 2020, befindet sich unsere Wirtschaft an einem entscheidenden Wendepunkt, der in der Nachkriegsgeschichte einzigartig ist.”

“Fest steht dabei mehr denn je: Effizienter Klimaschutz und nachhaltiges Wachstum sind keine Gegensätze, sondern müssen deutlich stärker als bisher in Einklang gebracht werden.”

Damit innovative Energie- und Klimatechnologien „Made in Germany“ zum Motor für Investitionen nach der Corona-Krise werden, brauchen wir aber jetzt einen ordnungspolitisch klar strukturierten und langfristig belastbaren Marktrahmen.

Der Schlüssel hierzu liegt in Berlin und in Brüssel!

 

 

 

10:00

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Leser,

wir begrüßen Sie herzlich zur 18. Klausurtagung Energie und Umweltpolitik des Wirtschaftsrates. Die Tagung steht dieses Jahr unter dem Motto: “Aufbruch zur integrierten Energiewende 2030”

Die Eindämmung des Corona-Virus stellt unsere Gesellschaft und Wirtschaft vor beispiellose Herausforderungen. Krisenbewältigung, effizienter Klimaschutz und nachhaltiges Wachstum sind dabei jedoch keine Gegensätze. Sie sollten indes stärker als bisher in Einklang gebracht werden. Trotz der Corona-Krise besteht unverändert die Dringlichkeit einer effizienten Energie- und Klimapolitik. 

Damit innovative klimafreundliche Technologien “Made in Germany“ zum Motor für Investitionen werden, ist ein ordnungspolitisch klar strukturierter Marktrahmen erforderlich. Eine konsequente Ausrichtung der Wirtschaft auf die Klimaschutzziele und eine integrierte europäische Energie- und Klimapolitik bieten die Chance für nachhaltiges Wachstum, globale Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit. Voraussetzungen dafür sind verlässliche politische Rahmenbedingungen, technologieoffene Lösungen und eine klare Orientierung am Kompass der sozialen Marktwirtschaft.

In den kommenden fünf Stunden werden hochkarätige Redner wie Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und EU-Energiekommissarin Kadri Simson zu einer der drängenden Zukunftsfragen unserer Zeit diskutieren. 

Den Auftakt macht Astrid Hamker, Präsidentin des Wirtschaftsrates, die in ihrer Eröffnungsrede die zentralen Fragen und den Standpunkt des Wirtschaftsrates umreißen wird.

 

09:30

Positionspapiere

Partner

Wir danken unseren Partnern für die freundliche Unterstützung der 18. Klausurtagung Energie- und Umweltpolitik!

Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. ist ein bundesweit organisierter unternehmerischer Berufsverband mit derzeit über 12.000 Mitgliedern, der 1963 gegründet wurde. Wir bieten unseren Mitgliedern eine Plattform zur Mitgestaltung der Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik im Sinne der Sozialen Marktwirtschaft Ludwig Erhards. Der Wirtschaftsrat vertritt Interessen der unternehmerischen Wirtschaft gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Wir finanzieren uns ausschließlich durch die Beiträge unserer Mitglieder.

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